Kuressare


Kuressare


Kuressaare
Es geht erst Sonnig los. Mit dem Rechner im Cockpit unter der Kuchenbude ist es schön warm. Unter Deck sitzt noch die Kühle der Nacht.
Um 10 gehts los mit der Ganztags-Viko. Ich mache mir den Heizlüfter an, so ist es gut vor dem Bildschirm auszuhalten. Mittags gibts nur eine Pause von 5Minuten, da merke ich, dass es nieselt, windet und es sehr kühl ist. Janine liegt eingepackt in der Plicht und guckt Hafen.
1730 ist dann Schluss und wir überlegen was an Bewegung passieren kann. Da ich den Eindruck habe, dass Janine schon wieder nicht so richtig auf dem Damm ist, fahre ich die 45 km Runde lieber allein.






Dann kochen wir und lassen den Abend ausklingen.
Kuressaare

Zum Glück ist heute Büro. Erst pfeift es in den Wanten, dann pieselt es. Wieder so ein Tag um sich an der Kuchenbude zu erfreuen😊
Nach der Arbeit steht der Landgang auf dem Programm, wenigstens die Burg besichtigen😉










Nach der Burgbesichtigung gehen wir im Hafenrestaurant sehr gut essen

Ventspils – Kuressaare, 60sm/4Bft SW
Halb 6 werde ich wach, die Nachbarn aus Litauen machen mobil. Das Stromkabel klappert übers Deck, irgendwo in der Nachbarschaft geht ein Diesel an. Noch ein wenig Dösen aber die Nacht ist vorbei.
Wir wollen heute ja auch gegen 8 ablegen, ca 55sm liegen vor uns. Koche also Kaffee, verfolge die Finnen über das AIS, sie legen im halb Stundenrythmus ab und schaue wie dicht sie unter Land den Kurs abgesteckt haben. Beim ersten Kaffee mache ich unsere Routenplanung und dann gehts Schlag auf Schlag.
Fahrräder rauf und verpacken, Solarpanel befestigen, Segelschoner runter, Spischooten einziehen, Jib anschlagen. Dann die Festmacher klarieren, 5 Festmacher einholen, Instrumente an.
0830 läuft die Maschine, 0840 ist das Groß oben und die Hafenausfahrt passiert. Der Wind ist moderat, halbachterlich mit 12kn, Spi hoch und ab.

Auf dem AIS sehen wir die Finnen, einen haben wir gegen Mittag an der Südspitze von Saaremaa ein. Ist heute wie eine Geschwaderfahrt, wir sind nicht das einzige Schiff weit und breit. Auch mal schön. Die anderen Segeln nach Hause, wir immer noch weg. Mal sehen wann wir umkehren müssen.





1915 fest in Kuressaare. Endlich mal ein Yachthafen und kein Umschlagplatz. Und deutsche Nachbarn hatten wir zuletzt im Achterwasser. Der Anlegeservice inklusive Codeübergabe war perfekt.
Nach 60sm, da lächelt er nur noch müde😉. Ist in diesem Teil der Ostsee scheinbar Standard.

Ventspils
Heute steht Hafentag auf dem Programm.
0930 ist nach einer halbwegs ruhigen Nacht Zeit das Tagwerk zu beginnen. Um 3 in der Früh hat eine Crew aus Klaipeda die letzte Lücke (neben uns) noch erwischt. Werde wach, fendere ab, der Skipper entschuldigt sich für die Störung. Sie wollten erst am Morgen hier sein, aber der Wind sei so gut gewesen. 😊 ich: ist doch irgendwie auch morgens, er: jäh, more or less😊 wir Lächeln und legen uns hin.
Fahren mit den Rädern zum FKK und gehen das erste Mal am Morgen baden. Auf dem Hin- und Rückweg kommen wir bei dieser Veranstaltung vorbei.


Der Blick in den Rennkalender zeigt eine gut machbare Distanz, 0,3 swim, 10 bike, 2 run. Aber ich bin noch müde und außerdem steht Bootsarbeit + Sightseeing auf dem Programm.
Gestern ist uns beim Segel setzen das Lee Backstag aus dem Mast gefallen und auf dem Spikurs ist ein Block vom Baberholer abgerissen. War ganz schön zing drauf😮

Im recht schmucklosen Hafen zieht dieser Turm immer wieder meine Blicke auf sich. Auch ein Relikt des Hafenbaus as UdSSR Zeiten. Apropos alte Zeiten. Der Hafenmeister freut sich, dass wir aus Stralsund kommen und erzählt, dass es vor Jahren hier auch mal ein Restaurant namens Stralsund gab. Aber zu viele Betreiberwechsel … Da zeigen wir aber mehr Durchhaltevermögen😊



















Lipaja-Ventspils 55 sm 5Bft

Übrigens, die Kunstgewerbeschule von Liepāja gehört zu den wenigen Ausbildungsstätten weltweit, an denen Wissen über die künstlerische Verarbeitung von Bernstein vermittelt wird. Auch einige der an der Rekonstruktion des Bernsteinzimmers im Katharinenpalast in Puschkin beteiligten Kunsthandwerker und Künstler haben diese Schule besucht.

Um 1350 heißt es Leinen los…







PS@Oli: ab 11,5 Kn fängt das Ruder auch manchmal leicht an zu flattern.
2030 erreichen wir die Hafeneinfahrt, 2100 sind wir fest.
Ventspils – Partnerstadt Stralsunds seit 1987 für alle die das nicht wussten😂 ( Janine nur, weil Hannes sie aufgeklärt hatte😄)
Ventspils, (Pils=Burg an dem Fluss Venta) deutschWindau, Hafenstadt an mit ca. 44 tsd Einwohnern, die sechstgrößte Stadt des Landes.
Ähnlich lang besiedelt wie Lipaja. 1290 wurde die Burg des livländischen Ordens fertig gestellt. Heute erfreulich restauriert.
Unter sowjetischer Herrschaft wurde eine Öl-Pipeline nach Ventspils errichtet, und die Stadt avancierte zu einem der wichtigsten Häfen für den Erdöl-Export der UdSSR.
Durch die Einnahmen des Hafens ist Ventspils heute eine der wohlhabendsten Städte Lettlands. Schauen wir mal ob das stimmt.
Lipaja
Liepāja, deutsch Libau (livisch Līepõ, russischЛиепая), ca. 77 tsd Einwohner, drittgrößte Stadt Lettlands. Sie wird 2027 Kulturhauptstadt… als 2. lettische Stadt nach Riga 2014.
Eine Stadt mit langer Geschichte seit 1290
Zwischen 1945 und 1990 wurden von der sowjetischen Führung Industrie- und Fischereibetriebe eingerichtet. Der Hafen diente als Stützpunkt der Sowjetischen Marine. Während des Kalten Krieges wurde die norddeutsche Stadt Flensburg zum projektierten atomaren Ziel des sowjetischen U-Boot-Stützpunktes von Liepāja.
Nach fast 12h sind wir fest in Lipaja.







Um 12 stehe ich auf, schaue raus und staune, wir sind von Finnen umzingelt. Alle führen am Achterstag eine grüne Flagge mit Rügen 2022. Sieht aus wie eine Geschwaderfahrt.




Unser Nachbar hat scheinbar gewonnen 😂😂😂



Um 2000 Uhr brechen wir dann auf um mit den Rädern die Stadt zu erkunden.













Klaipeda – Lipaja, 53sm/3Bft
Um 0600 beginnt die Arbeit. Wir wollen am Nachmittag noch das ruhige Wetter nutzen und nach Lipaja segeln.
Kurz vor dem Ablegen plane ich noch die Route, ups das werden ja mindestens 50sm🤷♂️


Vorher habe ich uns ordnungsgemäß bei der Coastguard abgemeldet. Die freundliche Stimme aus dem Funk, bedankt sich und wünscht uns einen guten Trip.


Apropo Elektronik. Heute sollte der Autopilot zum Einsatz kommen. Aber was für ein Disaster, das Ding will nicht dass wir vom Fleck kommen und bringt uns in einen immerwährende 360er. Ich bin einfach nur genervt von dem Ding.




Klaipeda
Da kommt sie die ersehnte Fähre.

Heute war wieder Büro angesagt. Zeitig ging’s für mich los, für Janines Biorhythmus auch. Sie wollte die Waschmaschine noch mit unserem Bettzeug bestücken und dann mit Fähre + Bus nach Nida.
Mein Plan war, bis 1500 Uhr zu arbeiten und dann mit Fähre und Rad nachzufahren.
So wurde es auch. Habe kurz vor meinem Blitzstart noch alles von der Leine genommen und die Fähre gerade so geschafft. Auf der Halbinsel angekommen habe ich dann erst einmal mich und das Rad vorbereitet. Luftgepumpt damit ich die 55km runter auch in unter 2h schaffe😉 Wasserflasche auffüllen, Route laden. Und dann ging’s los. Hatte fast die ganze Zeit einen Mountainbiker am Hinterrad, das hat zusätzlich motiviert 😂




Dann in Nida angekommen musste ich erst einmal Schiffe gucken und etwas Proviant bunkern. Wasser, Süßes und weitere Kohlenhydrate.


Dann versuche ich den Hinweis von Janine zu folgen, mich von Hinten an eine der größten Sanddünen Europas zu nähern. Das führt mich nach sportlicher Auslegung der Empfehlung direkt vor den Schlagbaum zum ehemaligen Freundesland.



Ok, also Umkehren und einen anderen Weg finden.







Nachdem ich nun so Düne einmal umrundet hatte, musste noch der Bootsschlüssel an Janine übergeben werden. Sie wird wahrscheinlich 1h vor mir am Schiff eintreffen. Ich habe noch 55km mit dem Rad vor mir.


Klaipeda