Liepāja, deutschLibau (livischLīepõ, russischЛиепая), ca. 77 tsd Einwohner, drittgrößte Stadt Lettlands. Sie wird 2027 Kulturhauptstadt… als 2. lettische Stadt nach Riga 2014.
Wir nehmen den Anleger im Morgengrauenund lassen das Flair schon mal wirken, dann schleichen wir uns
Um 12 stehe ich auf, schaue raus und staune, wir sind von Finnen umzingelt. Alle führen am Achterstag eine grüne Flagge mit Rügen 2022. Sieht aus wie eine Geschwaderfahrt.
Eine andere Form der Geschwaderfahrt startet hier. Das Partyfloss mit dem Rest der Gesellschaft hat vor ihnen abgelegt. Ein schwedisches Paar versucht als start up den Tourismus über verschiedene Wege zu beleben. Fahrten wie diese gehören scheinbar zum Portfolio😊
Unser Nachbar hat scheinbar gewonnen 😂😂😂
Ich glaube ich brauch dann doch ein paar neue, oder?Die Philharmonie von LipajaWenn morgen Hafentag wäre, würde ich noch schnell melden😉
Um 2000 Uhr brechen wir dann auf um mit den Rädern die Stadt zu erkunden.
LipajaseeDreifaltigkeitskathedraleZum Abschluss des Tages werden noch Skyballons gestartet
Um 0600 beginnt die Arbeit. Wir wollen am Nachmittag noch das ruhige Wetter nutzen und nach Lipaja segeln.
Kurz vor dem Ablegen plane ich noch die Route, ups das werden ja mindestens 50sm🤷♂️
1530 passieren wir die Hafeneinfahrt
Vorher habe ich uns ordnungsgemäß bei der Coastguard abgemeldet. Die freundliche Stimme aus dem Funk, bedankt sich und wünscht uns einen guten Trip.
Wir sehen sogar Flugzeuge und Hubschrauber auf dem Kartenplotter
Apropo Elektronik. Heute sollte der Autopilot zum Einsatz kommen. Aber was für ein Disaster, das Ding will nicht dass wir vom Fleck kommen und bringt uns in einen immerwährende 360er. Ich bin einfach nur genervt von dem Ding.
Heute war wieder Büro angesagt. Zeitig ging’s für mich los, für Janines Biorhythmus auch. Sie wollte die Waschmaschine noch mit unserem Bettzeug bestücken und dann mit Fähre + Bus nach Nida.
Mein Plan war, bis 1500 Uhr zu arbeiten und dann mit Fähre und Rad nachzufahren.
So wurde es auch. Habe kurz vor meinem Blitzstart noch alles von der Leine genommen und die Fähre gerade so geschafft. Auf der Halbinsel angekommen habe ich dann erst einmal mich und das Rad vorbereitet. Luftgepumpt damit ich die 55km runter auch in unter 2h schaffe😉 Wasserflasche auffüllen, Route laden. Und dann ging’s los. Hatte fast die ganze Zeit einen Mountainbiker am Hinterrad, das hat zusätzlich motiviert 😂
Dann in Nida angekommen musste ich erst einmal Schiffe gucken und etwas Proviant bunkern. Wasser, Süßes und weitere Kohlenhydrate.
Im Hintergrund ist schon die Düne zu sehen
Dann versuche ich den Hinweis von Janine zu folgen, mich von Hinten an eine der größten Sanddünen Europas zu nähern. Das führt mich nach sportlicher Auslegung der Empfehlung direkt vor den Schlagbaum zum ehemaligen Freundesland.
Ok, also Umkehren und einen anderen Weg finden.
55m über dem Meer, links das Kurische Haff, rechts die Ostsee
Nachdem ich nun so Düne einmal umrundet hatte, musste noch der Bootsschlüssel an Janine übergeben werden. Sie wird wahrscheinlich 1h vor mir am Schiff eintreffen. Ich habe noch 55km mit dem Rad vor mir.
0400 Uhr haben wir die „weithin gut sichtbare“ Hafeneinfahrt von Klaipeda passiert. Die Anzahl der Wraks im Fahrwasser sprechen eine deutliche Sprache. Sind jedenfalls sehr froh über AIS und Kartenplotter!!!
Segeln noch ein ganzes Stück in den Hafen hinein. Gerade nachdem das Groß notdürftig am Baum festgetütert ist, bekommen wir von der Coastgard Besuch.
Sie rasen mit einem Schlauchboot heran, umkreisen uns und kommen auf Rufweite heran. Good moorning, witch nation, how many person on board, boot name, last port, how many days you stay in Klaipeda. If you leave Klaipeda you call coastgard on Chanel 73, Chanel 73. nach meiner Bestätigung verabschieden sie sich und rasen wieder weg. Mit unseren müden Antworten waren sie wohl zufrieden. (Das wir gerade aus Danzig kommen fiel mir fast nicht ein🤨)
Motoren weiter rein in die Dane‘. Um kurz nach halb 5 kommen wir an den Punkt wo wir entscheiden müssen in welcher Marina wir festmachen wollen. Da die Pilots auf dem Weg bis hierher schon 2x mit voller Fahrt vorbeigezimmert sind, biege ich wortlos in den Kanal Richtung Brücke ab.
Diese soll immer zur vollen Stunde öffnen. Janine probiert 2 Rufnummern aus, bei beiden keine Reaktion. Nun sind es nur noch ein paar Minuten bis 5, die warten wir langsam auf und ab motorend davor ab. 5 nach 5 es tut sich nichts. Außer ein paar Anglern ist niemand mit Brückenkompetenz zu sehen. Machen notdürftig hinter einem Gastroschiff fest und nehmen den schon lange „ersehnten“ Anleger zu uns, stoßen auf die schnelle und gute Überfahrt und im Nachhinein noch auf die Geburtstagskinder von gestern an!
0600, nichts rührt sich. 0603 greife ich zum UKW und rufe den Harbour master. Der meldet sich sofort, auf meine Frage ob wir in die Marina können, antwortet er „in a view seconds“. Wir starten also den Motor, schmeißen die Leinen los und begeben uns in Lauerstellung. Und nix tut sich. Also wieder festmachen und wieder eine halbe Stunde warten, Schiff aufklaren, anstoßen und die Tour resümieren….
Kurz vor 7, die Müdigkeit übernimmt fast das Kommando, raffe ich mich noch einmal auf und rufe den Hafenmeister auf Kanal 09. Die Antwort kommt wieder prompt aber beim Kontrollblick Richtung Brücke sind tatsächlich 2 Personen zu Gange. Ah es ist eine Drehbücke! Sie laufen im Kreis und Sie bewegt sich. Also Motor an und Leinen los.
Uns wird der Liegeplatz 6 zugewiesen, der liegt auf unserer Wunschseite (kurzer Weg zum WC,…) und wird schön ruhig sein. Kein geschaukel und kein Wellenschlag, Ruhe.
Gehe noch fix Hafengeld bezahlen, dann hält mich nix mehr. 0745, ab in die Horizontale und gute Nacht.
Halb 3 nehmen wir dann den ersten Kaffee des Tages und lassen den Blick schweifen.
Fast wie auf dem Dänholm, wenn man will ist man überall zu Hause
0615 heißt es für mich aufstehen. wir wollen gehen 0800 ablegen. Bis dahin sind noch ein paar Dinge zu tun. Fahrräder fixieren und einpacken, Segel vorbereiten, Wasser tanken. Eben alles was zum Seeklar machen gehört.
0830 werden wir den Motor an, lösen die Festmacher. Das Wetter ist schön, der Wind mir 4 Bft aus NW noch moderat und los gehts.
Da die gesamte Distanz von Hand gesteuert wird (der Autopilot ist noch nicht zufriedenstellend getestet) übernimmt Janine die ersten 15sm. Raus gehts aus der Bucht von Danzig, vorbei auf einer gut gefüllten Reede. Hier passiert Schifffahrt – die haben „Schifffahrt möglich gemacht“!
Stehe kurz vor 8 auf, Plane eine Route auf Komoot, nehme das Rad aus der Halterung und ab gehts nach Danzig.
Gestern habe ich erfragt wie wir unsere Hafengebühr bezahlen können, only cash. Bisher kam ich um die Nutzung der Automaten der modernen Wegelagerer herum.
Die Rasengitterstrasse versuche ich nicht zu nutzen, deshalb gehts parallel zum Strand durch den Sand. Nach 20min bin ich dann auch schon in Danzig und setze meine Standrundfahrt fort.
Wenn man erst mal mitten drin ist, dann ist sie wirklich schön!!
Auf dem Rückweg hole ich die benötigten 200 Zloty, zahle 17€ Automatengebühr und setze das Bare dann bei Barbara der Hafenmeisterin in eine Quittung um.
Im Bosmanat ist es wieder sehr unterhaltsam. Am Ende bekomme ich wieder 2 Bier ausgegeben. Sie freuen sich wirklich über unsere Anwesenheit!!!
Hab’s gerade noch rechtzeitig vor einem sehr großen Regengebiet wieder an Bord geschafft. Also Kaffee und dann ein ausgedehntes Frühstück (13:00)😊
Es läuft Smalltown Boy von Bronski Beat- es wird der Hit des Tages!?
Hören gerade 12Uhr Mittags, Everything will be changed – scheint eine lohnenswerte Kinoempfehlung zu sein.
Krankenstatus: „Es geht irgendwie voran aber leider nicht in großen Schritten“ Aber morgen gehts los.
Das Wetter scheint sich etwas zu beruhigen. Dafür regnet es Bindfäden😊
Also wir machen das was sowieso gemacht werden muss. Reiseplanung für morgen. Janine übernimmt die Kartenarbeit.
Haben aus dem Hafenhanduch einen Link zum schwedischen ELWIS gefunden.
Hier finden wir die Restriktionen für die militärischen Übungsgebiete. Tragen die Koordinaten ab und passen unsere Reiseroute an. Die russischen Gebiete sind ab heute Abend 21:00 Uhr wieder geöffnet. Kurz vor Klaipeda ist eines gesperrt, ist aber kein wirklicher Umweg nötig.
Morgendliche Impressionen😊 Wir können auch damit um, kein Stern bis zu 5 sind für uns kein Problem😂
Funktionaler Mastenkran…könnte auch auf dem Dänholm zu finden sein (eigentlich)
1030: jetzt muss man im Cockpit Stellung mit ein paar Fendern beziehen. Ein Sack Flöhe wird gerade mit diversen Wassersportgeräten zu Wasser gelassen. Und sie üben noch!
Bin wegen der ruhigen Nacht, kein ruckeln und zuckeln an den Festmachern, gut ausgeschlafen. In der Takelage pfeift es, auf den anderen Schiffen klappern die Fallen, es ist noch immer Wind!
Für mich beginnt der Arbeitstag recht zeitig. Janine verhält sich bis Mittag ruhig, ist leider noch nicht fit und motiviert mich zu einer kleinen Hafeninspektion. Dies soll der einzige Landgang am heutigen Tag werden.
Zum Abend hin schauen wir Tour de France, kochen und chillen😊
Schlunzi ich geh mal zum Zapka und 2 Streuselschnecken holen….
Die Entscheidung ist gefallen. Komme was da wolle, ich will hier wech. Heute um Mitternacht habe ich wieder den Skippertanz ohne Socken und Bootsschuhe vollführt. Es ruckte derart heftig an den Leinen, dass ich wieder eine Kleinigkeit an den Festmachern ändern musste. Bums ist auf allen Leinen!!!!
Lege mich schon im Salon auf die Koje in der Annahme, dass ich noch öfter raus muss. Aber ich habe Glück. Um 0630 beginnt der Alltag vor dem Rechner, der Wind Flair ab, der Schwell wird nun durch Motorboote intensiver. Irgend was ist ja immer. Aber voller Fokus auf den Screen!
1500 Uhr packe ich das Büro zusammen, einkaufen und Seeklar machen. Die Windprognose für den Nachmittag + Abend sieht 10kn Wind aus W vor.
Fühlt sich irgendwie mehr an. Instrumente an und es sind schon mal 20, aber die Entscheidung von letzter Nacht steht, Leinen los!
1620 Maschine läuft, 2.Reff ins Groß, Jib angeschlagen und gehts raus in die Danziger Bucht.
Der Schein trügt, en ist immer noch Krank.
Drei Verkehrstrennungsgebiete durchqueren wir. Dank AIS sehen wir die Schiffe schon auf dem Plotter, bevor wir sie in Natura zu Gesicht bekommen. Hier boomt der Seeverkehr!!!
1900 Uhr sind wir fest in einem Hafen direkt in der Weichselmündung.
Es gibt noch ein wenig Tomate Mozarella zum Abendessen, sitzen im Cockpit was nicht schaukelt und genießen den Abend😊