Morgendliche Impressionen😊 Wir können auch damit um, kein Stern bis zu 5 sind für uns kein Problem😂
Funktionaler Mastenkran…könnte auch auf dem Dänholm zu finden sein (eigentlich)
1030: jetzt muss man im Cockpit Stellung mit ein paar Fendern beziehen. Ein Sack Flöhe wird gerade mit diversen Wassersportgeräten zu Wasser gelassen. Und sie üben noch!
Bin wegen der ruhigen Nacht, kein ruckeln und zuckeln an den Festmachern, gut ausgeschlafen. In der Takelage pfeift es, auf den anderen Schiffen klappern die Fallen, es ist noch immer Wind!
Für mich beginnt der Arbeitstag recht zeitig. Janine verhält sich bis Mittag ruhig, ist leider noch nicht fit und motiviert mich zu einer kleinen Hafeninspektion. Dies soll der einzige Landgang am heutigen Tag werden.
Zum Abend hin schauen wir Tour de France, kochen und chillen😊
Schlunzi ich geh mal zum Zapka und 2 Streuselschnecken holen….
Die Entscheidung ist gefallen. Komme was da wolle, ich will hier wech. Heute um Mitternacht habe ich wieder den Skippertanz ohne Socken und Bootsschuhe vollführt. Es ruckte derart heftig an den Leinen, dass ich wieder eine Kleinigkeit an den Festmachern ändern musste. Bums ist auf allen Leinen!!!!
Lege mich schon im Salon auf die Koje in der Annahme, dass ich noch öfter raus muss. Aber ich habe Glück. Um 0630 beginnt der Alltag vor dem Rechner, der Wind Flair ab, der Schwell wird nun durch Motorboote intensiver. Irgend was ist ja immer. Aber voller Fokus auf den Screen!
1500 Uhr packe ich das Büro zusammen, einkaufen und Seeklar machen. Die Windprognose für den Nachmittag + Abend sieht 10kn Wind aus W vor.
Fühlt sich irgendwie mehr an. Instrumente an und es sind schon mal 20, aber die Entscheidung von letzter Nacht steht, Leinen los!
1620 Maschine läuft, 2.Reff ins Groß, Jib angeschlagen und gehts raus in die Danziger Bucht.
Der Schein trügt, en ist immer noch Krank.
Drei Verkehrstrennungsgebiete durchqueren wir. Dank AIS sehen wir die Schiffe schon auf dem Plotter, bevor wir sie in Natura zu Gesicht bekommen. Hier boomt der Seeverkehr!!!
1900 Uhr sind wir fest in einem Hafen direkt in der Weichselmündung.
Es gibt noch ein wenig Tomate Mozarella zum Abendessen, sitzen im Cockpit was nicht schaukelt und genießen den Abend😊
Janine krächst um her, das es sich schon fast nach einer Bronchitis anhört.
Nun ist es um 3. Bauen die Kuchenbude ab, legen den Grossbaum nach Lee. Der Wind kommt mit Raumschoot von Backbord. Ich habe alles gerefft was geht. An umziehen im Hafen ist nicht mehr zu denken. Wind z.Z. um die 30kn.
Schieben etwas Lage😊
Der Wind hat auch was tolles, die Trainingsklamotte ist wieder schnell trocken😊
Janine gehts nicht besser. An eine Weiterreise ist wegen der Windprognose und der wenigen Zeit sowieso nicht zu denken. Ich darf ja morgen wieder arbeiten. Also heute wieder Alternativprogramm.
Da die Tage hier im Hafen recht unruhig waren und mir das gelegentliche Reißen an den Festmachern sehr sehr sehr nervt, beschließe ich Rückdämpfer zu kaufen. Ich erinnere mich, dass ich in Gdynia an einem Bootsausrüster vorbeigekommen bin.
Also kurz entschlossen die Fährzeiten checken, frühstücken, Radklamotten zusammensuchen und ab gehts.
Janine versucht sich ruhig zu verhalten und wieder auf die Beine zu kommen. Verabschiedet mich dann aber noch😊
Der Blick zurück Von wegen Wind –lieber Windfinder
Abends höre ich aber, dass es konstant über 20kn Wind waren im Hafen. Und DWD sowie Windfinder die selbe Prognose haben😔.
Bei meiner Radtour vorgestern bin ich nur am „Hamburger“ Hafen vorbeigekommen und konnte einen Eindruck von der Industriestadt gewinnen. Fazit war, da müssen wir nicht hin. Nun aber von der Wasserseite bin ich positiv überrascht.
Wenn denn auch noch ein paar Laser im Kreis segeln, kann es ja nicht so schlecht sein. (Segelwoche in Gdynia!)
Ach schau mal, wenn wir hier festwachsen, kann ich ja in 27 Tagen starten? Bin ja auch im überragenden Shape😂!
Nach dem ich einmal die Stadt nach Osten durchquert habe und den Shop nicht wiedergefunden habe, frage ich noch einmal Google Maps und siehe da, nun gibts im Hafen einen Yachtausrüster, wie überraschend. Wie dem auch sei, ich freue mich über das Lädchen mit Vollsortiment. Die Tür ist die Breiteste Stelle im Geschäft, bewegen nur im Seitwärtsschritt möglich. Dank Sportunterricht in der DDR sitzen die Bewegungen noch. Der Inhaber ist auch ganz witzig. Nachdem ich alles zusammen habe, Spi Tape, Mooring compensators, 14mm Rope und einen neuen Schrubber, frage ich ihn ob er noch ein Stück altes Benzel hat damit ich den Besen an mein Fahrrad binden kann, worauf er fragt ob ich auf dem Besen reiten will.
Zufrieden gehts dann zurück zum Schiff aber nicht über Los sondern über Land.
Am Ende stehen 102km in 4:50h auf dem Radcomputer.
Zur Belohnung gibst dann Abendbrot, Kartoffeln, Gurkensalat und Spiegelei, lecker!
En ist den 3.Tag krank, deshalb heute Hafenkino, Kartenplotter reseten und neu einrichten, Tour de France schauen und selbst ein wenig laufen gehen.
Bei der Betrachtung der Seekarte stolpere ich über ein Wracksymbol welches mit Stuttgart beschriftet ist.
Im Internet mal kurz gesucht und Siege da, ein bekanntes Schiff.
Das KdF Schiff Stuttgart ist kurz vor dem Auslaufen aus Gdynia während eines amerikanischen Luftangriffes getroffen worden und wurde brennend noch aus dem Hafen geschleppt. Dieses Wrack wurde erst 1999 entdeckt und wird nun regelmäßig untersucht.
Dazu gibt es eine ARTE Doku „Tränen der Meere“ die ich mir vor kurzem angesehen habe. In Ihr geht es unter anderem darum, dass die Altlasten des Krieges nun definitiv durchrosten und noch vorhandenes Schweröl und andere Dinge langsam in die Umwelt gelangen.
Ein weiteres KdF Schiff ist uns schon in Ustka über den Weg gelaufen. die Gustloff welche von einem russischen U–Boot versenkt wurde, wo 1100 Menschen starben.
So vertreiben wir uns die Zeit und lesen so nach und nach die Geschichten dieser Kreuzfahrtschiffe aus den NS Zeit. Spannend.
Und wieder Hel….naja, geht deutlich schlechter! Die Halbinsel gehört zu eines der beliebtesten Urlaubsziele in Polen und ist auf Platz 6 von 10 der schönsten Strände Nordeuropas. In der „Danziger Bucht“ liegt der Hotspot des Wassersports schlecht hin. Für Anfänger Kiter, Surfer perfekte Bedingungen! Stehtief und wohl viel auflandiger Wind.
Hannes macht sich 1130 auf mit dem Rad nach Danzig. Lagerkoller entgegen 😉 Sein Plan ist die Fähre 1800 zurück nach Hel zu nehmen…mal sehen ob das klappt.
Also ich hab’s geschafft! War ne 3/4 h vor Abfahrt am Anleger. Fähre und ich haben gemeinsam angelegt😊
Aber der Reihe nach. Zuerst ging’s auf bekannten Pfaden Richtung Jaroslawlowo. Meine Vipa stand noch auf dem Rollfeld. Schönes Teil!!!
Dann wurde es sportlich (abgesehen von dem bisschen Gehenwind). Hab mir ne Route auf Komoot herausgesucht die ein paar Überraschungen parat hat. Einmal gehts durch ne Motorcross Sandkuhle, dann direkt an der Steilküste längs. Links der Abhang, rechts das Feld und der „Radweg“ 20cm breit findet sein Platz dazwischen. Aber dann kommen noch ein paar Abfahrten und Anstiege dazu die für mich auf dem Rad nicht mehr zu meistern sind. 30Grad Steigung?
Dann Gdynia
Mein Highlight ist dann Sopot. Da steppt der Bär. Flaniermile, Strand, schöne Häuser und eine Hochzeit nach der anderen.
Offizielles Ende meiner Tour sind die Molenköpfe der Zufahrt nach Danzig. Und wie es der Zufall will kommt auch noch die hochmoderne Fähre vorbei-Apollo11😉
Nun da ich ein wenig ausgeschlafen bin und in die Takelage reinhöre und dann auch noch rausschaue, bin ich froh nicht unterwegs zu sein. Die Tropfen trommeln. Schön so eine Kuchenbude😊
Selbst die Möven gehen in Lee in Deckung
Als der Wind nachlässt, starten sie geschlossen wieder. Der Windmesser zeigt nun wieder weniger als 20kn.
Den Tag über beschäftige ich mich nun endlich mal mit dem Autopiloten. …. Handbücher lesen, testen, fluchen, Lösungsansätze finden. Dann gehts zum gemütlichen Landgang. Zuerst eine Glühlampe auftreiben, dann zum Strand, …
Der letzte Arbeitstag der Woche ist rum und ich bin platt als wenn ich 60sm gesegelt bin. Es war aber auch irgendwie so. Seit gestern Mittag steht hier der Wind drauf. Angeblich nur mit 4 Bft. Das Schiff hüpft, die Stege wackeln und reißen an den Pfählen. Selbst diese (500 er Stahlrohre) wackeln. In der Nacht war ich 3 mal draußen, danach lag das Schiff gut angebenzelt so dass wir keine Angst mehr gaben mussten dass es auseinander gerissen wird.
Morgen könnten wir uns wieder frei bewegen, ablegen und Kurs auf Klaipeda nehmen. Natürlich beobachte ich täglich die Wettervorhersage. In den nächsten Tagen wird es sehr ungemütlich. Wind aus West 8Bft. Vor diesem Wetter wollen wir eigentlich noch schnell den nächsten Hafen erreichen. So ist die Planung, Freitag um 3 aufstehen um 4 ablegen.
Kurz bevor ich ohne Elan die Fahrräder an Bord bringen will, schaue ich wieder auf Windfinder. Ach ne schon wieder mehr Wind aus der falschen Richtung. So nun reicht es. Wir bleiben morgen erst einmal noch hier. Ausschlafen und dann werden die Karten neu auf den Tisch gelegt.
2230, wir haben vorhin noch einmal Lebensmittel gebunkert, gibt es endlich Abendbrot-Salat. Etwas spät aber ich freue mich drauf.
Janine macht eine tolle Fahrt nach Danzig. Fotos folgen.
Ich bin zu lange hinterm Notebook und komme erst 1800 Uhr los um noch ein wenig Rad zu fahren. Ziel ist Władysławowo. Am Ende war ich 3h auf der Halbinsel unterwegs.
Das Wahrzeichen von WładysławowoHier haben wir nix verpasst